Die Leitstelle der Berliner U-Bahn (ehemals Potsdamer Straße) hat im Sommer 2015 ihr neues Zuhause in Berlin-Friedrichsfelde bezogen. Im Auftrag der Berliner Verkehrsbetriebe koordinierte IT-Forum die Migration der Leitstellentechnik als Projektsteuerer.

Die Leitstellentechnik sollte ein neues Gesicht erhalten, indem Hardware, Betriebssysteme und Kommunikation auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Ab Oktober 2012 erstellte IT-Forum hierfür die Lastenhefte für die Systemlieferanten Siemens und Thales und half fortan bei der technischen und kommerziellen Auswertung derer Angebote sowie bei der Beurteilung der Pflichtenhefte, Testkonzepte, Migrationskonzepte, Schulungskonzepte, Anwender- und Systemdokumentationen. Bei allen vorgenannten Dokumenten hat IT-Forum maßgeblich Art, Umfang und die zu erfüllenden Kriterien selbst definiert.

Die Umsetzung des Vorhabens erfolgte ab dem Mai 2013. IT-Forum begleitete diesen Prozess aktiv durch Terminplanerstellung und -aktualisierung, Terminüberwachung, Risikobetrachtungen, Besprechungsmanagement, Protokollwesen und der Verfolgung und Lösung aller offenen Punkte. Neben der zuvor beschriebenen Ausgestaltung der Hauptgewerke der Systemlieferanten Siemens und Thales waren Beauftragung und Aussteuerung zahlreicher weiterer Gewerke für IT-Schränke, Elektroversorgung, Verkabelungsleistung etc. nötig. Auch diese Dinge hat IT-Forum in sehr enger Abstimmung mit dem Auftraggeber erfolgreich vorangetrieben.

Am neuen Standort entstanden 27 Technikschränke, deren Server und sonstige Betriebsmittel 23 Bedienplätze versorgen. Das Erreichen der dezentralen Stellwerke und weiterer benötigter Peripheriekomponenten über redundante Wege erforderte viele Kilometer neuer Lichtwellenleiter.

Auch in der Peripherie selbst wurden erfolgreich Maßnahmen zur Modernisierung der Infrastruktur umgesetzt: Ablösung Kupferkabel durch LWL, Erneuerung von Servern und Gateways für die Zugidentifizierung sowie die örtliche Anbindung von Stellwerken.

Die Betriebsaufnahme am neuen Standort erfolgte von Teilsystem zu Teilsystem in vielen kleinen Schritten über Monate hinweg. Dieser schrittweise Funktionsübergang vom Alt- zum Neusystem passierte hierbei jeweils „unter dem rollenden Rad“, weil hierfür zur Vermeidung von Funktionsausfällen immer nur die wenigen nächtlichen Stunden der Betriebsruhe zur Verfügung standen.

Neben der zuvor beschriebenen höchst sensiblen Migration war die knappe zur Verfügung stehende Zeit ein sehr kritischer und bestimmender Faktor für den Erfolg des Umzuges. Hintergrund war hierbei das unwiderruflich beendete Ende des Mietverhältnisses am alten Standort der Leitstelle. Fast jede Maßnahme musste auf Anhieb erfolgreich sein, weil kaum zeitliche Puffer für Schleifen zur Verfügung standen. Dieses war nur durch hohe Motivation und Identifikation mit dem Projekt zu schaffen. IT-Forum ist es gelungen, einen gesamtheitlichen und erfolgsorientierten Teamspirit unter allen – teilweise miteinander konkurrierenden – Firmen herzustellen und aufrecht zu erhalten, sowie – hier und da – für einen angemessenen Interessenausgleich zu sorgen.

Als funktionale Erweiterungen der Leitstellentechnik wurden zeitgleich zum physikalischen Umzug die folgenden Neuerungen implementiert: Ansteuerung einer Multivisionswand, Auslagerung der Bedienplatzrechner in den Technikraum, Legitimation an den Bedienplätzen über einen neuen Dienstausweisleser, SW-basierte Simulation von Wagennummernlesungen, Umstellung der Auflösung von Gleisbildern zur Darstellung auf 24 Zoll Monitore.

An einem Investitionsvolumen von insgesamt 6 Millionen Euro (nur für Technik, also ohne Herstellungskosten des Gebäudes) geht eine Projektlaufzeit von 3 Jahren nicht spurlos an der genauen Definition der ursprünglich beauftragten Leistungen vorbei. Zwangsläufig entstanden Mehrungen oder Minderungen, die unmittelbar protokollarisch durch IT-Forum festgehalten wurden. Zum Ende des Projektes erfolgte die summarische kaufmännische Bewertung sämtlicher Änderungsanforderungen, bei deren vertraglicher Abwicklung IT-Forum den Einkauf der BVG maßgeblich beraten hat.

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